Gestationsdiabetes
 
 

Einen Schwangerschaftsdiabetes nennt man jeden Diabetes (Zuckerkrankheit), der in der Schwangerschaft erstmals auftritt. Fast immer hört der Schwangerschaftsdiabetes mit der Entbindung auf. Bei jedem Diabetes besteht ein Ungleichgewicht zwischen Insulinbedarf und Insulinwirkung. Insulin ist ein Botenstoff (Hormon) des Körpers. Insulin sorgt dafür, dass Zucker in verschiedenen Zellen gespeichert und auch wieder abgegeben werden kann. Ab der 24. Schwangerschaftswoche steigt der Insulinbedarf an durch vermehrte Bildung anderer Hormone, die dem Insulin entgegenwirken. Bei ungenügender Insulinwirkung steigt der Zuckergehalt des Blutes an.

Jede schwangere Frau sollte einen Zuckerbelastungstest in der 25.- 28. Schwangerschaftswoche durchführen lassen. Am aussagekräftigsten ist der Zuckerbelastungstest mit 75g, bei dem drei Blutentnahmen (nüchtern, nach 1 Stunde und nach 2 Stunden) erfolgen. Wenn einer der drei Werte erhöht ist, besteht ein Schwangerschaftsdiabetes, der beim Diabetologen eingestellt werden muss. Jeder Schwangerschaftsdiabetes sollte behandelt werden, damit keine Komplikationen bei Mutter und Kind auftreten. Mit Behandlung kann die Schwangerschaft ganz normal verlaufen. Die Frau sollte von einem Diabetologen betreut werden, der sie über die richtige Ernährung umfassend informiert und ihr die Blutzuckerselbstmessung erklärt. Eine Ernährungs-umstellung reicht meistens aus, um die Blutzuckerwerte normalisieren zu können. Bei ca. 10% der Frauen wird eine zusätzliche Therapie mit Insulin notwendig. Ohne Behandlung können die Kinder zu schwer und zu groß werden ohne gleichzeitig ausgereift zu sein, und/oder es treten vermehrt Unterzuckerungen beim Kind unmittelbar nach der Geburt auf.

Der 75g Zuckerbelastungstest wird derzeit nicht von den Kassen bezahlt.

Bei erhöhtem Risiko sollte ein Zuckerbelastungstest erstmals bereits in der 12. Schwangerschaftswoche, zum zweiten Mal in der 25.-28. Schwangerschaftswoche und zum dritten Mal in der 32.-34. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden, es sei denn, der vorherige Zuckerbelastungstest ergab bereits einen Schwangerschaftsdiabetes.

Ein erhöhtes Risiko für das Auftreten eines Schwangerschaftsdiabetes haben Frauen:

  1. mit Übergewicht
  2. mit Diabetes in der eigenen Familie (z.B. Altersdiabetes bei einer Oma bekannt)
  3. mit eigenen Kindern mit einem Geburtsgewicht von über 4000 Gramm
  4. mit früherem Schwangerschaftsdiabetes
  5. mit vorausgegangenen Fehlgeburten

Jeder Schwangerschaftsdiabetes sollte behandelt werden, damit keine Komplikationen bei Mutter und Kind auftreten. Mit Behandlung kann die Schwangerschaft ganz normal verlaufen. Die Frau sollte von möglichst von einem Diabetologen betreut werden, der sie über die richtige Ernährung umfassend informiert und ihr die Blutzuckerselbstmessung erklärt. Eine Ernährungsumstellung reicht meistens aus, um die Blutzuckerwerte normalisieren zu können. Bei ca. 10% der Frauen wird eine zusätzliche Therapie mit Insulin notwendig. Ohne Behandlung können die Kinder zu schwer und zu groß werden ohne gleichzeitig ausgereift zu sein, und/oder es treten vermehrt Unterzuckerungen beim Kind unmittelbar nach der Geburt auf.

Frauen, die einen Schwangerschaftsdiabetes hatten, haben ein deutlich höheres Risiko, in den kommenden Jahren einen Diabetes Typ 2 (früher Altersdiabetes genannt) zu bekommen. Sie sollten regelmäßig, d.h. alle 1-2 Jahre, einen Zuckerbelastungstest durchführen lassen, um frühzeitig einen Anstieg der Blutzuckerwerte zu bemerken.

Normale Blutzuckerwerte ohne Schwangerschaft liegen bei nüchtern unter 100 mg/dl gemessen an der Fingerspitze (kapillär) bzw. unter 110 mg/dl gemessen in der Armvene (venös). 2 Stunden nach einem Zuckerbelastungstest sind Blutzuckerwerte unter 140 mg/dl normal, bei über 200 mg/dl spricht man von Diabetes mellitus.

Schwangerschaft und Zuckerkrankheit (PDF 247kb)

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