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Einen Schwangerschaftsdiabetes nennt man jeden Diabetes
(Zuckerkrankheit), der in der Schwangerschaft erstmals
auftritt. Fast immer hört der Schwangerschaftsdiabetes
mit der Entbindung auf. Bei jedem Diabetes besteht ein
Ungleichgewicht zwischen Insulinbedarf und Insulinwirkung.
Insulin ist ein Botenstoff (Hormon) des Körpers.
Insulin sorgt dafür, dass Zucker in verschiedenen
Zellen gespeichert und auch wieder abgegeben werden
kann. Ab der 24. Schwangerschaftswoche steigt der Insulinbedarf
an durch vermehrte Bildung anderer Hormone, die dem
Insulin entgegenwirken. Bei ungenügender Insulinwirkung
steigt der Zuckergehalt des Blutes an.
Jede Frau sollte einen Zuckerbelastungstest in der
24.-28. Schwangerschaftswoche durchführen lassen.
Bei erhöhtem Risiko sollte ein Zuckerbelastungstest
erstmals bereits in der 12. Schwangerschaftswoche, zum
zweiten Mal in der 24.-28. Schwangerschaftswoche und
zum dritten Mal in der 32.-34. Schwangerschaftswoche
durchgeführt werden, es sei denn, der vorherige
Zuckerbelastungstest ergab bereits einen Schwangerschaftsdiabetes.
Ein erhöhtes Risiko für das Auftreten eines
Schwangerschaftsdiabetes haben Frauen:
- mit Übergewicht
- mit Diabetes in der eigenen Familie (z.B. Altersdiabetes
bei einer Oma bekannt)
- mit eigenen Kindern mit einem Geburtsgewicht von
über 4000 Gramm
- mit früherem Schwangerschaftsdiabetes
- mit vorausgegangenen Fehlgeburten
Jeder Schwangerschaftsdiabetes sollte behandelt werden,
damit keine Komplikationen bei Mutter und Kind auftreten.
Mit Behandlung kann die Schwangerschaft ganz normal
verlaufen. Die Frau sollte von möglichst von einem
Diabetologen betreut werden, der sie über die richtige
Ernährung umfassend informiert und ihr die Blutzuckerselbstmessung
erklärt. Eine Ernährungsumstellung reicht
meistens aus, um die Blutzuckerwerte normalisieren zu
können. Bei ca. 10% der Frauen wird eine zusätzliche
Therapie mit Insulin notwendig. Ohne Behandlung können
die Kinder zu schwer und zu groß werden ohne gleichzeitig
ausgereift zu sein, und/oder es treten vermehrt Unterzuckerungen
beim Kind unmittelbar nach der Geburt auf.
Frauen, die einen Schwangerschaftsdiabetes hatten,
haben ein deutlich höheres Risiko, in den kommenden
Jahren einen Diabetes Typ 2 (früher Altersdiabetes
genannt) zu bekommen. Sie sollten regelmäßig,
d.h. alle 1-2 Jahre, einen Zuckerbelastungstest durchführen
lassen, um frühzeitig einen Anstieg der Blutzuckerwerte
zu bemerken.
Normale Blutzuckerwerte ohne Schwangerschaft liegen
bei nüchtern unter 100 mg/dl gemessen an der Fingerspitze
(kapillär) bzw. unter 110 mg/dl gemessen in der
Armvene (venös). 2 Stunden nach einem Zuckerbelastungstest
sind Blutzuckerwerte unter 140 mg/dl normal, bei über
200 mg/dl spricht man von Diabetes mellitus.
Schwangerschaft
und Zuckerkrankheit (PDF 247kb)
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